
Beratung zu Sodbrennen gehört zum Alltag in der Apotheke. Aktuell leiden bis zu 25 % der Bevölkerung an der Refluxkrankheit GERD, die sehr belastend sein und die Lebensqualität beeinträchtigen kann.1 Gegen eine Selbstmedikation zur Symptomlinderung ist erstmal nichts einzuwenden – doch nicht alle Refluxbeschwerden sind harmlos. Wenn sie wiederkehrend auftreten, stellt sich die berechtigte Frage: Wann ist Selbstmedikation eine Option, weil es sich nur um gelegentliche Refluxsymptome handelt und wann sollte eine ärztliche Abklärung empfohlen werden, weil mehr dahinterstecken könnte?
Refluxsymptome oder GERD?
Die Frage, ob eine Refluxkrankheit (GERD) besteht, lässt sich tatsächlich gar nicht so leicht beantworten. GERD liegt vor, wenn durch Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre belästigende Symptome und/oder Läsionen in der Speiseröhre auftreten.1
Die S2k-Leitlinie Gastroösophageale Refluxkrankheit und eosinophile Ösophagitis der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) sagt, dass es keinen Goldstandard für die Diagnose gibt.1 Da Symptome unterschiedlich stark ausgeprägt und empfunden werden, erlaubt auch die Intensität der Beschwerden allein nicht unbedingt Rückschlüsse.
Besonders wichtig ist daher, bei den Betroffenen abzufragen, welche Symptome wann und wie auftreten – und gegebenenfalls eine ärztliche Abklärung zu empfehlen.
Typische Refluxbeschwerden ohne Alarmsymptome
- Sodbrennen (brennendes Gefühl hinter dem Brustbein)
- Saures Aufstoßen oder Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre
- Beschwerden vor allem nach dem Essen, beim Bücken oder im Liegen
- Häufiges Räuspern und Husten
- Wiederkehrende, milde bis mäßige Symptome, die sich durch Aufrichten, Wassertrinken oder Antazida bessern können
Refluxbeschwerden mit Alarmsymptomen (dringende ärztliche Abklärung)
- Schluckbeschwerden oder Schmerzen beim Schlucken (Dysphagie)
- Ungewollter Gewichtsverlust
- Bluterbrechen, schwarzer Stuhl („Teerstuhl“)
- Anhaltende Brustschmerzen unklarer Ursache
- Nächtliche Beschwerden mit Erstickungsgefühl
- Langanhaltende oder sich verstärkende Beschwerden
Was empfiehlt die Leitlinie?
Bei Refluxbeschwerden ist die Symptomkontrolle ein wichtiges Therapieziel. Unabhängig davon, ob die gesicherte Diagnose GERD oder nur der Verdacht besteht, nennt die Leitlinie einige wirksame Allgemeinmaßnahmen bei Refluxsymptomen.
Falls individuell zutreffend, sind dies u. a. Rauchentwöhnung, Gewichtsabnahme, Ernährungsumstellung sowie die Vermeidung von Spätmahlzeiten.
Ein Einsatz von Protonenpumpen-Inhibitoren (PPI) sollte nur gemäß der Indikation der Präparate erfolgen und regelmäßig überprüft werden. PPI sollten nur so lange angewendet werden, wie sie medizinisch erforderlich sind. Daher nennt die Leitlinie, bei genügender Symptomkontrolle, auch die Option andere Antirefluxpräparate wie z. B. Antazida als Alternative einzusetzen.1 Das Schichtgitterantazidum Talcid® (Hydrotalcit) ist beispielsweise zur Symptomlinderung geeignet.
Talcid® mit dem Wirkstoff Hydrotalcit, bietet hier in vielerlei Hinsicht nützliche Eigenschaften: Zum einen neutralisiert Hydrotalcit überschüssige Magensäure schnell (innerhalb von Sekunden) und kontrolliert, zum anderen aktiviert es körpereigene Schutzmechanismen und Reparaturprozesse in der Speiseröhren- und Magenschleimhaut.2-4
Fazit für die Beratung
Bei Refluxbeschwerden ohne Alarmsymptome können Patient*innen im Rahmen der Selbstmedikation unterstützt werden. Der Einsatz von PPI sollte nicht unkritisch erfolgen und auch alternative Optionen wie z. B. Antazida können in Betracht gezogen werden. Wenn sich die Symptome nicht kontrollieren lassen oder wichtige Warnzeichen erkannt werden, ist eine ärztliche Abklärung empfohlen.
Literatur
- Madisch A, et al. S2k-Leitlinie Gastroösophageale Refluxkrankheit und eosinophile Ösophagitis der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) – März 2023 – AWMF-Registernummer: 021–013. Zeitschrift für Gastroenterologie 61.07 (2023): 862–933.
- Miederer SE, et al. Chin J Dig Dis. 2003;4:140–146.
- Tarnawski A, et al. Curr Pharm Des. 2013;19:126–132.
- Tarnawski A, et al. Gastroenterology. 2012;142(5) Suppl 1:S-202.




